Rieckhof: Bezirksamt will erfolgreiches Bestehendes beibehalten
Harburg. Die Berichterstattung der vergangenen Tage (besser-im-blick berichtete: Das falsche Spiel mit dem Rieckhof ) zum Rieckhof möchte das Bezirksamt so nicht stehen lassen. Die Drucksache, in der ein Bericht zum Treffen des Begleitgremiums für das Interessenbekundungsverfahren (IBV) zum Rieckhof zu lesen ist, stelle kein Protokoll der Sitzung dar. Es sei vielmehr eine Vorlage der Verwaltung für die gemeinsame Sitzung des Kulturausschusses sowie des Regionalausschusses am kommenden Donnerstag. Das teilte der Pressesprecher des Bezirksamtes, Dennis Imhäuser, auf Anfrage von besser-im-blick mit.
So soll das neue Konzept für den Rieckhof nach Bekunden des Bezirksamtes sowohl erfolgreiches Bestehendes als auch Neues beinhalten. Die Vorlage illustriere „lediglich die Bandbreite der geäußerten Vorschläge“. Im Begleitgremium seien zahlreiche weitere Anmerkungen sowie Hinweise und Ideen für ein zukünftiges Programm formuliert worden. „Die Vorlage der Verwaltung zum Begleitgremium gibt im Übrigen nicht den inhaltlichen Rahmen des tatsächlichen IBV wieder.“ Hieraus Schlüsse auf das IBV zu ziehen sei daher nicht zielführend.
Allerdings sind die in der Drucksache genannten Vorschläge nicht die einzigen gewesen, die gemacht wurden. „Es wurden zahlreiche weitere Vorschläge sowie Hinweise und Anmerkungen formuliert und vom Bezirksamt zur weiteren Verwendung für die Erstellung des IBV-Textes, der Bewertung der eingehenden Bewerbungen sowie das folgende breite öffentliche Beteiligungsverfahren zum zukünftigen Programm des Bürgerhauses aufgenommen“, gab Immhäuser auf Nachfrage zu.
Wichtig: Die in der Drucksache genannte Aufzählung der Zielgruppen junge und arme Menschen sowie Menschen aus marginalisierten Gruppierungen und die genannten Vorschlage schließen laut Bekunden Imhäusers Bestehendes nicht aus. „Wie bereits mehrfach, auch bei vorherigen Presseanfragen erläutert, sollen erfolgreiche bestehende Angebote- auch weiterhin im Harburger Bürgerhaus eine Heimat finden. Dies stand nie außer Frage. Zudem soll das Haus ein Ort für alle Menschen in Harburg sein.
Das schließt selbstverständlich weiterhin auch ältere Menschen mit ein“, verspricht Imhäuser.
Dass der Zusammenschluss aus Harburger Kulturschaffenden SuedKultur nicht Teil des Begleitgremiums sei, sieht das Bezirksamt nicht als Absage an Kultur. Dass die Initiative nicht dabei gewesen war, liegt daran, dass SuedKultur im Bezirksamt zur „Angebotsseite“ gerechnet wird. Die Initiative würde „zu einem späteren Zeitpunkt Gelegenheit haben, eigene Bedarfe zu formulieren.“ Allerdings, das stellt Imhäuser klar: „Bei einem Bürgerhaus/Freizeitzentrum, wie es der „Rieckhof“ ist, handelt es sich nicht um ein Stadtteilkulturzentrum.“
Jörn Hansen, Geschäftsführer des Rieckhof vom Trägerverein Freizeitzentrum Hamburg-Harburg e.V., betrachtet diese Aussagen des Bezirksamtes mit gemischten Gefühlen. „Wir freuen uns jetzt auf den inhaltlichen Austausch über das Konzept des Rieckhofs“, sagte Hansen gegenüber besser-im-blick. Pandemiebedingt hätten sich die geplanten Gespräche darüber verzögert. Den von Bezirksamt, SPD und Grünen eingeschlagenen Weg eines IBV für die Trägerschaft des Rieckhof aber hält er für falsch. „Ein IBV ist nicht der richtige Weg neue Projekte zu verwirklichen - ein Dialog ist da wesentlich geeigneter“, so Hansen. „Dazu sind wir jederzeit bereit!" bekräftigt er.
Ob aber der jetzige Trägerverein Freizeitzentrum Hamburg-Harburg e.V. sich unter solchen Bedingungen bei einem IBV bewerben würde, ist allerdings fraglich.