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Die Katze ist aus dem Sack: Das Bezirksamt will die Kontrolle über den Rieckhof

| Niels Kreller | Politik
Das Bezirksamt will die inhaltliche Kontrolle über den Rieckhof erringen.
Das Bezirksamt will die inhaltliche Kontrolle über den Rieckhof erringen.
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Harburg. In der Sitzung des Kulturausschusses am Donnerstag wurde auch das Interessenbekundungsverfahren (IBV) für den Rieckhof besprochen. Die Vorlage der Behörde für den öffentlichen Teil lag dazu zugrunde (besser-im-blick berichtete: Das falsche Spiel mit dem Rieckhof). Diese wurde den Mitgliedern des Ausschusses aber lediglich zur Kenntnisnahme gegeben. Die alleinige Kontrolle über das Verfahren hat einzig das Bezirksamt.

Interessanter – weil vor der Öffentlichkeit geheim gehalten – aber dürfte der Entwurf des Ausschreibungstextes sein, der besser-im-blick vorliegt. Die Hauptzielsetzung, die hier formuliert wird: „...ein Bürgerhaus im Herzen Harburgs, dem es gelingt, möglichst alle Menschen nicht nur im Stadtteil, sondern im ganzen Bezirk zu erreichen und sie aktiv einzubinden. Kein Mensch soll hier ausgeschlossen werden.“ Für die Behörde bedeutet dies, dass das Haus zum einen allen Menschen bekannt sein soll und allen Bürgerinnen und Bürgern unabhängig von ihrem Alter, ihrer Herkunft, ihrer religiösen Ausrichtung, ihrer sexuellen Orientierung und Identität, ihren finanziellen Möglichkeiten sowie ihrem Gesundheitszustand offenstehen soll. Zudem soll es „Mittelpunkt seines Quartiers“ sein.

Um dies zu ermöglichen, sollen offen und unverbindliche nichtkommerzielle Angebote gemacht werden. Auch Kultur soll es geben: „Zudem ist für uns das Bürgerhaus ein aktiver, innovativer, kreativer Ausgangspunkt für die stete Weiterentwicklung Harburgs als Kultur-Standort und wichtige Basis für kreative Menschen im Bezirk – egal ob organisiert oder (noch) nicht.“

Einen Unterschied zum Bestehenden gib es allerdings: Das Haus soll nun ein 'richtiges' Bürgerhaus werden und sich nicht als Stadtteilkulturzentrum verstehen. Der Unterschied zwischen beiden ist inhaltlicher und formaler Natur, wie in dem Entwurf erläutert wird. Stadtteilkulturzentren entstehen aus „gewachsenen Initiativen vor Ort“ und Bürgerhäuser schaffen „im Auftrag des Bezirksamtes“ einen besonderen Begegnungsort.

Meine Meinung: Und bist Du nicht willig, so schreib ich Dich aus

Kommentar. Was durchgesetzt werden soll, ist ein Paradigmenwechsel im Umgang mit dem Rieckhof bzw. dem Träger dieses Hauses. Und weitergedacht mit der gesamten Kultur im Bezirk. Denn die alles entscheidende Frage dafür, was in Zukunft in diesem Hause geschehen soll, ist: Kultur und soziales Engagement von unten und von vor Ort durch die Kulturschaffenden und Bürgerinnen und Bürger (Stadtteilkulturzentrum), oder von oben aus der Behörde heraus verfügt und sozusagen mit Entscheidungskompetenz bei der Behörde (Bürgerhaus). Letzteres will das Bezirksamt offensichtlich durch das IBV erreichen.

Kultur, zumal Stadtteilkultur, kann aber nicht „per ordre“ von oben verfügt werden. Sie kann nur aus dem Kreis der Kulturschaffenden und sozusagen „von unten“ heraus entstehen. Ebenso ist es mit sozialem und bürgerschaftlichem Engagement.

Was das Bezirksamt will, ist die Kontrolle über das Haus. Diese Tatsache liegt nun offen auf dem Tisch. Seit Beginn des Rieckhof wurde dieser faktisch weitgehend als Stadtteilkulturzentrum behandelt. Dem Bezirksamt, insbesondere dessen „Kultur-Dezernentin“ Anke Jobmann, ist der aktuelle Trägerverein, der sich - auch aufgrund von über 30 Jahren Erfahrung in Harburg - nicht einfach alles diktieren lässt, beim Wunsch nach „durchregieren“ und Kontrolle ein Dorn im Auge. Dass bei ihr in Ungnade fällt, wer ihr widerspricht und nach ihrer Pfeife tanzt, ist bei vielen Kulturschaffenden im Bezirk nur all zugut und schmerzlich bekannt.

Auch, dass die Politik nichts zu entscheiden haben soll, trägt den Stempel der Kontrolle. Das Problem hierbei: SPD und Grüne gerieren sich als die willfährigen Helfer eines autokratischen Bezirksamtes.

Eines wird zunehmend deutlich: Der Schaden für die Kultur in Harburg, den Bezirksamt, SPD und Grüne jetzt schon angerichtet haben, ist immens. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Kulturschaffenden, Verwaltung und Politik geht immer weiter den Bach runter. Kultur wird in diesem vergifteten Umfeld, das hier gerade von den drei Akteuren geschaffen wird, nicht gedeihen.

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