Zum Hauptinhalt springen

„Causa Rieckhof“ wird zur „Causa Bezirksamt“: Schweigen, Intransparenz, Angst und Unwahrheiten – der politische Stil aus dem Harburger Rathaus

| Niels Kreller | Politik
"Causa Bezirksamt": Autoritär und nach Gutsherrenart wird hier Kulturpolitik gemacht, so der Vorwurf. | Foto: Niels Kreller
"Causa Bezirksamt": Autoritär und nach Gutsherrenart wird hier Kulturpolitik gemacht, so der Vorwurf. | Foto: Niels Kreller

Harburg. Die „Causa Rieckhof“ wird zunehmend zur „Causa Bezirksamt“. Denn immer offensichtlicher wird, wie autokratisch und intransparent es hinter den Mauern von Harburgs Rathaus zugeht. Journalisten sollte der Zugang zur Übergabe der Unterschriften der „Petition zum Erhalt des Rieckhof in seiner jetzigen Form“ verweigert werden und dass Rieckhof -Geschäftsführer Jörn Hansen an der Übergabe teilnahm, wurde von Harburgs „Kultur-Dezernentin“ Dr. Anke Jobmann als „respektlos“ bezeichnet – nachdem die Kameras aus waren. Für beide Vorfälle gibt es Zeugen.

Wunschdenken wider die Realität

Kein Grund für das Bezirksamt, beiden Vorkommnissen zu widersprechen. „Dieser Darstellung können wir nicht folgen und widersprechen dieser entschieden“, gab der Pressesprecher des Bezirksamtes, Dennis Imhäuser, auf Nachfrage von besser-im-blick als Antwort dazu, dass die Presse nicht eingelassen werden sollte. Die Teilnahme des Rieckhof-Geschäftsführers sei nicht als respektlos, sondern als „nicht respektvoll“ bezeichnet worden. Es seien nicht seine Anwesenheit an sich als unangebracht Eklat bei der Übergabe der Petitionsunterschriften im Harburger Rathaus: Heimo Rademaker, Jörn Hansen, Sylvester Gundelach, Sophie Fredenhagen, Sonja Wichmann und Anke Jobmann (v.l.). | Foto: Niels Krellerempfunden worden, sondern die Tatsache, dass er nicht vorab über seine Teilnahme informiert habe. Es seien nur Unterstützer der Petition angekündigt gewesen.

Für das Bezirksamt passe dies nicht dazu, dass Sylvester Gundelach, Initiator der Petition, im Live Stream einen „respektvollen Umgang miteinander bei unterschiedlicher Haltung zu einer Sache“ betont habe. Warum es aber „nicht respektvoll“ sein soll, wenn ein Betroffener mit zur Übergabe kommt, bleibt hinter den Türen des Rathauses verschlossen.

Live Stream nur noch ausgewähltem Publikum zugänglich

Mit Transparenz hat es die Bezirksamtsleitung auch nicht so wirklich. Der Live Stream der Übergabe bleibt auch weiterhin den Bürgerinnen und Bürgern vorenthalten. Er war gleich nach Ende der Übergabe nicht mehr aufrufbar. Warum eigentlich? Auch darauf gibt das Bezirksamt keine wirkliche Antwort. Man habe mit Sylvester Gundelach ein Livestream für die Petitionsübergabe vereinbart, um den gewünschten öffentlichen Rahmen herzustellen. „Aufgrund des vorab angezeigten erhöhten öffentlichen Interesses und der möglichst breiten Beteiligung der Medienvertreter hat das Bezirksamt einen Livestream umgesetzt, damit alle Medienvertreter auch live dabei sein konnten.“

Nur: Warum dann die Presse von der realen Teilnahme zuerst ausschließen wollen? Auch ist dies kein Grund, das Video nicht mehr öffentlich zu machen. Es ist im Übrigen auch nicht gelöscht, sondern bei youtube auf „privat“ gestellt. Ausgewählte können es sich also durchaus noch anschauen – nur nicht die Bürgerinnen und Bürger.

Kulturförderung nach Gutsherrenart

Derweil werden neue Vorwürfe gegen das Bezirksamt öffentlich. Den Eklat bei der Übergabe bezeichnet die Initiative Harburger Kulturschaffender SuedKultur als „leider längst Gewohnheit“. Es herrsche „Eiszeit im Dreigestirn von Kultur, Politik und Verwaltung“, so SuedKultur-Sprecher Heimo Rademaker.

Auch hier wird nach Gutsherrenart mit den Kulturschaffenden umgesprungen. „Als wir schon im vergangenen Sommer, im Mai 2020, in einem Offenen Brief bemängelten, dass die vielen ungeförderten Kulturschaffenden im Bezirk Harburg erst recht in der Pandemie im Stich gelassen wurden, wurden wir prompt und regelrecht vorgeladen. Man sagte uns, dass wir nicht einfach einen offenen Brief versenden könnten. Der müsse vorab abgestimmt werden“, Heimeo Rademaker, Sprecher der Initiative SuedKultur: Solch ein Eklat ist für einige leider längst Gewohnheit. | Foto: Niels Krellerberichtet Heimo Rademaker. „Das wäre ja aber entgegen jeden Sinnes eines offenen Briefes!“

Dass kein Geld da sei, kenne man ja, so Rademaker. Auch wenn der Stadtteilkulturetat seit Jahren nicht ausgeschöpft werde. „Und weil ich anmerkte, dass ich unsere Unzufriedenheit auch gegenüber der Kulturbehörde kundtat – denn an wen soll man sich denn sonst noch wenden? – wurde mir regelrecht klar gemacht, dass ich das gar nicht dürfe“, so erinnert sich Rademaker. „Die Art und Weise wie Kultur hier in autoritäre Standards gezwungen werden soll, erinnert an tiefe 80er Jahre, als Stadtteilkultur im Grunde auch aus Protest ihre Geburtsstunde erlebte.“

ANZEIGE
Anzeige

Verwandte Artikel

Harburg. Eine für viele Harburger schmerzhafte Lücke kann bald geschlossen werden. Denn immer, wenn man seit rund einem Jahr am Soldaten in der Bremer Straße vorbeikommt fehlt das „Trauernde Kind“, das ‚Gegendenkmal‘ zum kriegerischen Soldaten gleich daneben. Im Juli vergangenen Jahres war die Skul…
Harburg-Heimfeld. Die Künstlerinnengruppe Malrausch präsentiert im Kulturverein „Alles wird schön“ in Heimfeld eine Doppelausstellung unter den Titeln „Wenn Bilder sprechen“ und „Wenn Worte sehen“. Insgesamt 17 Künstlerinnen aus Hamburg und der Schweiz zeigen Arbeiten, die sich mit Themen wie Leben…
Jesteburg. Ein besonderes Jubiläum steht in diesem Jahr im Mittelpunkt des Museumsfests an der Kunststätte Bossard: Der Kunsttempel wird 100 Jahre alt. Am Sonntag, 21. Juni 2026, lädt das Museum von 11 bis 18 Uhr zu einem abwechslungsreichen Programm rund um Kunst, Geschichte und sommerliche Begegn…
Harburg. Nach einer längeren Bau- und Modernisierungsphase hat sich der Kultur Palast Harburg zurückgemeldet: Zum Pre-Opening kamen am vergangenen Donnerstag 120 geladene Gäste, die nicht nur ein tolles Bühnenprogramm und leckeres Essen genossen, sondern auch kräftig für den Kultur Palast spendeten…
  • Stellenanzeige
    Mimi Kirchner - wir stellen ein (m/w/d)
  • Anzeige
  • Anzeige
    Autohaus Ford Tobaben
  • Anzeige
    Schumacher Orthopädie
  • Anzeige
    Bike Park Timm - Touren, Events, E-Bikes, Fahrradaufbau, Tipps
  • Anzeige
    Harburger Theater - Willkommen in der Theaterwelt des Hamburger Südens
  • Anzeige
    Ulrich&Ulrich Immobilien
Anzeige
  • Anzeige
  • Anzeige
  • Anzeige
    Country House Seevetal
  • Anzeige
    Weller BMW in Hamburg-Harburg - Ihr BMW- und Mini-Autohändler
  • Anzeige
    Handelshof Harburg
  • Anzeige
    Harburg Marketing Kulturtag
  • Anzeige
    Form Fit - Fitness, Yoga, Bodybuilding
  • Anzeige
    DRK Hamburg-Harburg
  • Anzeige
    Bootshaus an der Außenmühle
  • Anzeige
    Marktkauf Center Hamburg-Harburg
  • Anzeige
    Restaurant Palmgarten im Garten-Center Dehner

Neuste Artikel

Anzeige

Inserate

Inserat

Handelshof Harburg feiert mit großen Programm 30 Jahre in Harburg

Der Handelshof in Harburg feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten beginnen am Donnerstag, 17. September. Geschäftsleiter…
Inserat

Willkommen bei WELLER: 193 neue Azubis starten durch!

WELLER begrüßt 193 Auszubildende in 8 verschiedenen Ausbildungsberufen an 42 Standorten. 193 junge Menschen haben in diesem Jahr ihre Ausbildung bei…
Inserat

Barrierefrei reisen für alle: Kurzurlaub auf dem Wasser

Das Fahrgastschiff LÜNEBURGER HEIDE lädt zu schönsten Rundfahrten ein: Von Lauenburg aus werden vier verschiedene Touren gefahren – wobei auch ein Zu…
Inserat

Tiefgang und Lachtränen: Zwei Abende im Harburger Theater die unter die Haut gehen

Das Meer als Sinnbild für das Leben selbst: Ab dem 3. Oktober zeigt das Harburger Theater in Koproduktion mit dem Theater Lindenhof Melchingen „Der a…
Inserat

„WELLER Erleben“ bringt Fahrspaß und Familienprogramm nach Hamburg-Harburg

Probefahrten, persönliche Beratung und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm: Mit „WELLER Erleben“ lud WELLER zu einem besonderen Veranstaltungstag…
Inserat

Winterspaß in der Eissporthalle Harsefeld

Wenn die Tage kürzer werden, die Blätter in warmen Farben leuchten und die Vorfreude auf die Winterzeit wächst, startet in der Eissporthalle Harsefel…
Inserat

Halloween im Barfußland

Familienfreundlicher Grusel, magische Lichtwelten und ein kilometerlanger Halloween-Pfad: Im Oktober verwandelt sich das Barfußland in Todesfelde in…
Inserat

Naturerlebnis für die ganze Familie vor den Toren Hamburgs

Warum das Barfußland in Todesfelde eines der schönsten Ausflugsziele für Familien in Norddeutschland ist TODESFELDE. Manchmal braucht es gar keine w…
Inserat

Auch im Winter für Sie da: Weihnachten im Bootshaus an der Außenmühle

Wenn andere Terrassen am Wasser für den Winter schließen, ist das Bootshaus an der Außenmühle weiterhin für seine Gäste da: Das Restaurant hat täglic…
Inserat

ROCK RISING: The Supreme Classic Rock Show from Ireland!

Erleben Sie "Die ultimative Live-Jukebox für Classic-Rock-Fans!" mit der Musik von Deep Purple, Aerosmith, Queen, The Eagles, Kansas, AC/DC, The Who…
Inserat

65 Jahre Schumacher Orthopädie & Schuhtechnik: Das wird gefeiert!

Seit 1961 ist Schumacher Orthopädie & Schuhtechnik ein Begriff für die Harburger. Was einst mit Maßschuhen und einem großen Bequemschuh-Sortiment…
Inserat

Geister-Maislabyrinth auf Hof Tschritter

Geisternachmittag für Kinder: von 13:30-17:00 Uhr  Am 12. September 2026 findet unser Geisternachmittag für Kinder statt. Hier können Junge und Jung…
Inserat

Familienfest in Lüneburg: Ein Wochenende voller Spiel, Spaß und Unterhaltung für die ganze Familie

Beim Familienfest verwandelt sich die Lüneburger Innenstadt in eine große Erlebniswelt: Es gibt spannende Mitmachaktionen, beeindruckenden Shows, zah…
Anzeige