Hinter verdunkelten Fenstern: Bürgerhaus-Jury lässt sich Bewerber-Konzepte vorstellen
Harburg. Abgeschottet von den Bürgerinnen und Bürgern, hinter heruntergelassenen Jalousien, hat heute am Samstag, 5. März 2022, die Jury für das sogenannte „Bürgerhaus Harburg“, das jetzige Kulturzentrum Rieckhof, im Sozialen Dienstleistungszentrum (SDZ) im Harburger Rathausforum getagt. Ein exklusiver, kleiner Kreis aus Politik, Verwaltung
und einigen Harburger Institutionen war es, der das Vorrecht genoss, sich anzuhören, was die fünf Bewerber Elbe-Werkstätten, die Genossenschaft 3-Falt, Kulturpalast, Bürgerhaus Wilhelmsburg und i-Netzwerk für Konzepte und Ideen haben. Die Bürgerinnen und Bürger, für die das Haus ja angeblich sein soll, hatten wieder weder Mitsprache- noch Informationsmöglichkeit über ihr Haus. Die verdunkelten Fenster des Sitzungsaals verdeutlichten diese Ablehnung der Bürgerinnen und Bürger durch die Verwaltung auch optisch.
Dem Vernehmen nach hatte jeder Bewerber rund 20 Minuten für sein Vorstellung. Danach konnten 20 Minuten Fragen gestellt werden. Zwischendrin, so berichteten Beobachter, stärkten sich die Teilnehmer mit Pizza.
Zur Bewertung der Konzepte hat die Verwaltung eine „Bewertungsmatrix“ entworfen, in der die Jurymitglieder jeden Bewerber nach einem Punktesystem bewerten sollte. In dem Bogen geht es um das Konzept, wie die Anforderungen an ein Bürgerhaus erfüllt werden, ob das Ganze auf gesunden finanziellen Beinen steht, ob der Bewerber Erfahrung mit einem solchen Haus hat. Die Bewerbungsmatrix kann hier eingesehen werden.
Nicht mit dabei war der Harburger Integrationsrat (HIR). Das hatte der Sprecher des HIR, Claus Niemann, im Vorwege bekannt gegeben. Da Oxana Li, Mitglied des HIR, aktiv bei der Bewerbung des i-Netzwerk mitmischt, hat sich der HIR als befangen erklärt. Auch wenn Li den HIR nicht über ihre Teilnahme am Interessenbekundungsverfahren informiert hat, noch der HIR hinter diesem Engagement steht, hat der HIR diese Entscheidung getroffen.
Die Sitzung endete um 16:08 Uhr.