Zimmermannstraße: Anwohner weiterhin sauer über Poller
Harburg. Weiter Ärger um die Poller in der Zimmermannstraße in Wilstorf. Schon in der Weihnachtszeit hatten die Anwohner mit einem kreativen Protest gegen die frisch aufgestellten Poller ihrem Ärger Luft gemacht und ihnen jahreszeitlich passende, gehäkelte Überzieher verpasst (besser-im-blick berichtete: Parkplätze weg: Anwohner der Zimmermannstraße schmücken aus Protest Poller ). Vor dem Valentinstag folgte der nächste Protest.
Gekommen waren dieses Mal auch Vertreter einiger Fraktionen aus der Bezirksversammlung. Mit denen diskutierten die Anwohner durchaus leidenschaftlich. Vornehmlich war Michael Sander,
seines Zeichens grüner Bezirksabgeordneter, das Ziel der Anwohner. „Ich glaube, dass wir ein ganzes Bündel von unterschiedlichen Maßnahmen haben, wie wir die Situation verbessern können“, zeigte sich Sander optimistisch. Man müsse im Einzelnen schauen, welche dieser Maßnahme wie sinnvoll und an welcher Stelle sei. „Dazu gehören Anwohnerparken, Car Sharing, bessere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder im öffentlichen Raum, bessere Geschwindigkeitskontrollen und eventuell so etwas wie Fahrbahnschwellen, um den Verkehr zu bremsen.“
Auch Frank Wiesner, Verkehrsexperte der SPD-Fraktion war vor Ort. „Das war auch vorher nicht optimal“, so der Sozialdemokrat. „Wir müssen alle nochmal an einen Tisch holen: Polizei, Bezirksamt, Anwohner und Politik.“ Die Grundüberschrift in seinen Augen: Es ist zu viel Blech hier im Stadtteil. „Und die Frage ist: Wo soll es hin. Da sehe ich keine kurzfristige Lösung.“
Die Anwohner, so berichtete Jörn Lohmann, selbst Anwohner und auch Fraktionschef der DIE LINKE. im Harburger Rathaus, hätten schon über 140 Unterschriften gegen die Poller gesammelt. „Schon vor dem Wegfall der Parkgelegenheiten in der Zimmermannstraße herrschte in dem gesamten Gebiet sehr hoher Parkdruck. Durch den geplanten Umbau des Reesebergs und dem damit einhergehenden Wegfall von nochmals ca. 30 bis 40 Prozent der bisher genutzten Parkmöglichkeiten wird die Situation inakzeptabel und weiter eskalieren“, sagt Lohmann.
Was Lohmann dabei besonders ärgert: „Der grüne Verkehrssenator tut so, als ob der ÖPNV in Hamburg optimal ausgebaut wäre und es ist ihm offensichtlich vollkommen egal, dass viele auf ein Auto angewiesen sind.“
Aber auch andere Stimmen sind aus dem Quartier zu hören. „Auf der einen Seite finde ich, dass das mit den Pollern
unglücklich gelaufen ist“, meint Christian Rauch, Anwohner einer Nebenstraße. „Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass so, wie die Autofahrer sich hier verhalten haben, es nicht mehr weiterging.“
Grundsätzlich sei er dafür, dass ein Fußgängerweg eben für die Fußgänger da sei und eine Straße und Parkbuchten für die Autos. „Aber wenn die Autos mehr und mehr auf dem Bürgersteig stehen, dann finde ich das nicht in Ordnung." Ein möglicher Kompromiss, so Rauch, wäre es, wenn man nur kleine Autos mit geringerer Breite zulassen würde und die Leute dazu angehalten würden, am Rand zu stehen.