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Meine Meinung: Das Märchen vom „Harburger Bürger:innenhaus“

| Niels Kreller | Politik
Das Gerede von einem Harburger "Bürger:innenhaus" ist schlicht ein Märchen und eine Farce. | Foto: ein
Das Gerede von einem Harburger "Bürger:innenhaus" ist schlicht ein Märchen und eine Farce. | Foto: ein

Kommentar. Ein „Bürger:innenhaus“ für Harburg – das ist es, was vornehmlich die Harburger Grünen und das Harburger Bezirksamt behaupten, aus dem jetzigen Kulturzentrum Rieckhof machen zu wollen. Klingt ja erst einmal ganz schnaffte: Ein Haus für die Harburger Bürgerinnen und Bürger. Wo sie mitreden und mitbestimmen können, was geschieht. Wäre ja bei einem Haus für die Bürgerinnen und Bürger gar nicht so abwegig, oder?

Großes Manko dabei: Was die Bürgerinnen und Bürger gerne möchten, was dort geschieht, darum hat sich noch keiner der Akteure gekümmert. Im Gegenteil: Von Beginn an haben die Beteiligten systematisch möglichst viel von dem, was sie vorhaben, vor den Bürgerinnen und Bürgern verheimlicht.

Das fing damit an, dass hinter verschlossenen Türen und im Geheimen der Plan ausbaldowert wurde, wie man aus dem Rieckhof etwas anders machen könne. Mit dem wurde im Übrigen auch nicht gesprochen.

Gerade das Bezirksamt, mit Harburgs „Kulturdezernentin“ als Speerspitze, hat viel dafür getan, dass die Harburgerinnen und Harburger möglichst wenig über „ihr Bürger:innenhaus“ erfahren und auch nichts mitzureden haben.

So fand die Übergabe einer Unterschriftensammlung für den Erhalt des Rieckhofs in seiner jetzigen Form nicht in der Öffentlichkeit auf der Treppe des Rathauses statt, sondern im Sitzungsaal. Mit nur ein paar Journalisten dabei. Der Live-Stream, der zur besten Werktätigenzeit, also mitten am Tag, anzuschauen war, war auch gleich danach wieder von youtube verschwunden. Wer ihn nicht zeitlich verpasst hatte, hatte halt Pech gehabt.

Man traf sich dann auch auf Einladung des Bezirksamtes zum Brainstorming dafür, was man mit dem Rieckhof eigentlich alles anstellen könne. Ein Treffen handverlesener Gäste aus Politik, Verwaltung und Institutionen wie Kreisschüler:innen-Rat, AStA, Integrationsrat, Bezirksseniorenbeirat und ein paar anderer. Nichts spricht gegen diese Auswahl – außer, dass andere rausgehalten wurden. Kulturschaffende waren beispielsweise nicht eingeladen; oder gar Bürgerinnen und Bürger.

Groß war dann das Gezeter aus dem Bezirksamt, als besser-im-blick und das Hamburger Abendblatt die Namen der fünf Bewerber veröffentlichen sowie schrieben, wofür sie jeweils konzeptionell stünden. Da wurden die Bewerber durch das Bezirksamt aufgescheucht und belogen, es sei auch angekündigt worden, die eingereichten Bewerberunterlagen zu veröffentlichen. Da sollten die Bewerber doch mal eine Klage gegen die Journalisten prüfen. Mit falschen Behauptungen und dem versuch der Klage sollte die Presse eingeschüchtert und daran gehindert werden, die Bürgerinnen und Bürgern weiter über „ihr Bürger:innenhaus“ zu informieren.

Diese systematische Ausgrenzung der Bürgerinnen und Bürger zeigt schlicht eins: Es geht weder dem Bezirksamt noch den Grünen darum, ein „Bürger:innenhaus“ zu schaffen. Meine These dazu ist schlicht: Die Grünen treibt an, das sozialdemokratische Vorzeigeprojekt Rieckhof platt zu machen und etwas anderes zu installieren, was sie dufte finden.

Und im Bezirksamt gibt es schlicht Personen, die auf obrigkeitsstaatliches Denken setzen und denen es ein Dorn im Auge ist, dass sich der Rieckhof nicht alles gefallen ließ, was per ordre entschieden werden sollte. So einfach, so platt, so unkultiviert und so, ja: dumm ist die ganze Chose. Das Gerede von „Bürger:innenhaus“ ist da nur ein Märchen, das diesen Umstand verschleiern soll. Was für eine Farce!

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